Monatsbrief – März 2024: Paralympics ade, und nun?

Monatsbrief – März 2024: Paralympics ade, und nun?
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Alle Bemühungen haben nichts bewirkt. Paralympisches Segeln wird es in Los Angeles 2028 nicht geben. Von den Offiziellen der 2.4mR-Klasse hat man national oder international bisher kein Wort dazu gehört, obwohl sie doch bisher stark dafür getrommelt und das Parasegeln immer wieder zum konstitutiven Teil der Klasse erklärt haben.

Für viele kam das Paralympic-Ende nicht unvorbereitet. Die Gründe sind leicht nachvollziehbar und waren vorauszusehen:

  • Segeln braucht sehr teure Infrastruktur und viel Personal im Verhältnis zu wenigen aktiven Sportlern bei den Spielen.
  • Segeln, gerade auch in den von Behinderten gesegelten Bootsklassen ist überhaupt nicht fernsehtauglich.

Dass der 2.4er schon länger nicht mehr im Gespräch war, ist ebenfalls nicht erstaunlich:

  • 455 Segler sind weltweit in den Klassenvereinigungen organisiert (davon allein mehr als ein Viertel in Deutschland).
  • Davon sind gut geschätzt maximal 30 Prozent behindert. Das würde weltweit 135 mögliche Kandidaten für die Spiele ausmachen.
  • Die Altersstruktur zeigt auch nicht annähernd eine gleichmäßige Verteilung, insbesondere fehlen jüngere Athleten.
  • Das gleiche gilt für die Geschlechterverteilung: überwiegend Männer, wenig Frauen.

Frühzeitig wurden vom Paralympischen Komitee aber bereits eine weltweite Verbreitung der Klasse mit jüngeren und weiblichen Seglerinnen als Aufnahmekriterien für die Paralympics festgelegt. Damit war der 2.4er für Realisten schon ausgeschlossen.

Leider haben etliche vor diesen Tatsachen die Augen verschlossen und überhaupt nicht an einem Plan B für die Klasse ohne Rückenwind durch die Paralympics gearbeitet.

Um so wichtiger sind nun innovative Initiativen wie beispielsweise eine Intensivierung der Zusammenarbeit in Europa wie sie mit dem European Circuit bereits im vorigen Jahr gestartet wurde. Wir haben gerade mit der French Open unsere zweite Saison sehr erfolgreich gestartet. Aber auch andere Ideen sind gefragt, die unsere Attraktivität für neue Seglerinnen und Segler steigert, unseren Zusammenhalt und den gemeinsamen Spass ebenso in den Vordergrund stellt wie den hochwertigen Wettkampf an der Segelei mit dem 2.4er.

Detlef Müller-Böling GER 99

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