Kalt, kälter, Chiemsee

Kalt, kälter, Chiemsee
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Es begann wie so oft beim PrienCityCup. Der erste Tag am Freitag bot Warten auf dem Wasser, diesmal aber bei 6 Grad Lufttemperatur, Nieselregen, teilweise Sonnenschein und einem dramatischen Tagesabschluss, als alle bei Donnerschlägen und tiefdunklen Wolken in Richtung Hafen eilten. Einige wenige erwischte die plötzliche Sturzflut mit fliegendem Wasser bei Sturmstärke am Steg. Die meisten 2.4-Segler schossen aber dann durch das Wasser in den Hafen hinein. Ein Wunder oder große Anerkennung für die Aktiven: kein Boot wurde beschädigt und kein Menschenkörper verletzt. Das Bild oben zeigt die Himmelsstimmung vor dem Ausbruch.

Am Samstag war dann Wind, weiterhin Dauerwasser von oben bei Temperaturen, denen auch Trockenanzüge und dicke Faserpelze darunter nicht trotzen konnten. Zumal Wettfahrtleiter Volker Mehlberg die Teilnehmer in vier Wettfahrten auf die Bahn schickte, in der Summe mehr als fünf Stunden. Aber anschließend war die Mindestanzahl an Wettfahrten für die Regatta komplett, einschließlich einer Streicherwettfahrt. Detlef (6 Punkte) führte knapp vor Christian (8), Stefan (9) sowie Martin und Karin (je 10).

Der Bayerische Abend musste vom Zelt ins Haus verlegt werden, weil trotz Wärmelampen dort kein Aufenthalt möglich war. Aufgrund von Erschöpfung und Corona-Infektions-Gefahr war die Teilnahme dann überschaubar.

Sonntag gab es dann – wen verwunderts – 6 Grad, Regen und die Windvoraussage von bis zu 28 Knoten. Etliche Segler – allen voran Christian (der ja noch gute Chancen auf den Gesamtsieg hatte) – wollten durch Abstimmung erreichen, dass nicht mehr gesegelt wird. Auch der Wettfahrtleiter schwankte angesichts der Verantwortung bei diesen möglichen Bedingungen. Letztlich entschied er sich aber für das Risiko bei allerdings etwas geschwächter Teilnehmerzahl. Und er wurde belohnt: Zwei Wettfahrten wurden bei immer mehr abnehmendem und schwankenden Wind gesegelt und nach je einem Sieg von Christian und Karin standen die beiden als Bayernmeister und Vizemeisterin fest.

Karin Hofmann 2., Christian Bodler 1., Detlef Müller-Böling 3.

Alle Ergebnisse hier.

Einen mehr persönlichen Bericht gibt es unter mueller-boeling.de

Einige Gedanken im Nachgang:

  • Zum veranstaltenden Verein: Bei lediglich 17 Startern und rund 14 Personen der Wettfahrtleitung und der Tonnerleger-Crew ergibt das ein Verhältnis von 0,8 Helfern zu einem Segler und zeigt das ungeheuere Engagement beim veranstaltenden SCPC, das sich traditionell bei der selbst erstellten Verpflegung vom Frühstück bis zum Abendmahl fortsetzte. Einen solchen Aufwand sollten wir uns als Aktive einmal bewusst machen und nicht als Selbstverständlichkeit hinnehmen.
  • Zur Stimmung: die war entspannt. Alle bemühten sich, die vielfältigen Krise(n), auch die in der Klassenvereinigung, auszublenden.
  • Zum Wetter: Berliner sagen dazu „Ick kann jar nich so schnell zittern, wie ick friere.“

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