Inklusions-Weltmeisterschaft

Inklusions-Weltmeisterschaft
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Sprache lebt und entwickelt sich stetig weiter. Neue Worte entstehen, bekommen und entwickeln eine Bedeutung. Inklusion als Begriff wurde vor etwa 15 Jahren aus der Soziologie übernommen und ist mittlerweile im Alltag modern und vielfältig in Gebrauch. Auch diese Webseite ziert der Begriff im Untertitel.

Am Wochenende fand mit großem Medienaufgebot, starkem politischen, ehrenamtlichen und Sponsoren-Engagement die Inklusions-Weltmeisterschaft im Segeln statt. 25 Zweipersonenmannschaften aus acht Nationen waren am Start. Inklusion war in diesem Fall dadurch definiert, dass in jedem Boot mindesten ein Mensch mit Behinderung segelte und so in der Regel ein Mensch mit und ein Mensch ohne Behinderung eine Mannschaft bildeten.

Ohne Zweifel war die Veranstaltung ein großer Erfolg, nicht nur weil von den 50 Teilnehmern immerhin 11 ansonsten 2.4mR segeln. 🙂 Medial war die Begleitung der Veranstaltung hervorragend (auch wenn der Titel „Inclusion World Championship for Sailing 2022“ wohl den Zusatz „S/V 14“ verdient hätte; denn inklusive (offene) Weltmeisterschaften gibt es ja im 2.4mR seit langem). Live wurden die Regatten im Internet übertragen und kommentiert, Interviews mit den Teilnehmern übermittelten die große Zufriedenheit in zugewandter Gemeinschaft. YACHT, Segelreporter, SEGLERZEITUNG berichteten. Eine professionelle, ansprechende Webseite brachte und bringt Informationen zum Ereignis.

Die Initiatoren haben mit viel Sponsorengeld – wohl im sechsstelligen Bereich – Bewundernswertes auf die Beine gestellt. Und sie haben damit auch für die Wiederaufnahme von Segeln bei den paralympischen Spielen einiges getan, von der Verbreitung des inklusiven Segelns in Deutschland ganz abgesehen.

Inklusion bedeutet ja Teilhabe und letztlich Chancengleichheit von verschiedenen Menschen. In diesem Sinn ist auch das Ergebnis dieser Weltmeisterschaft inklusiv – und zwar bezogen auf Frauen und Männer! Unter den 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den sechs Finalbooten waren acht Frauen und vier Männer. Von den sechs Gold-, Silber- und Bronze-Medaillengewinnerinnen und -gewinnern waren fünf (!) Frauen und ein Mann. Es zeigt sich, dass nicht nur im 2.4er Behinderte wie Nichtbehinderte sowie Frauen und Männer chancengleich gegeneinander segeln können, sondern dies auch für die S/V 14 gilt.

Das wirft wohl auch ein völlig neues Licht auf mögliche Bewerberboote, sollte Segeln wieder paralympisch werden.

Wer jetzt vielleicht hofft oder befürchtet, ich würde in die S/V 14 umsteigen, den muss ich enttäuschen. Ich bleibe der 2.4mR-Segelei treu.

Bild: Die Weltmeisterinnen Silke Basedow und Nadine Löschke
© Sven Jürgensen

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