2022: Jahr der Entscheidung

2022: Jahr der Entscheidung
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Für die Paralympics 2020/1 in Japan und 2024 in Frankreich ist Segeln aus dem Programm gestrichen worden. World Sailing (WS) startete kürzlich eine Initiative zur Wiederaufnahme des Segelns bei den Paralympics im Jahre 2028 in Los Angeles, die von hunderten von Seglern aus aller Welt unter dem Motto „Back the Bid # SailtoLA28“ unterstützt wird.

Allerdings kann die Segelwelt leider nicht über die Wiederaufnahme in die Paralympics selbst entscheiden. Vielmehr ist dafür das International Paralympic Committee (IPC) verantwortlich. Der gerade wieder gewählte Präsident des IPC Andrew Parsons hat nunmehr öffentlich erklärt, dass sie nach neuen Sportarten und Welttrends suchen. Nur 22 Sportarten werden in 2028 dabei sein und das IPC wird noch festlegen, welche Kriterien für eine Aufnahme in die Spiele erfüllt werden müssen.

World Sailing geht davon aus, dass das IPC folgende Zielvorstellungen hat:

  • Erhöhung der weltweiten Beteiligung auf 45 Nationen von 6 Kontinenten
  • Erhöhung der Jugendbeteiligung (unter 30 Jahren) auf 20 % der Gesamtsportler
  • Erhöhung der Zahl der weiblichen Teilnehmer auf 30 % um letztendlich einmal Geschlechterparität zu erreichen

WS hat daraufhin strategische Prioritäten in diese Richtung entwickelt. Weitere Schwerpunkte sind Vielfalt, Inklusion, Erschwinglichkeit, Entwicklung und die Erhöhung der Anzahl von Open- und Para-Segelveranstaltungen.

Von World Sailing wird in diesem Zusammenhang leider nur die Bootsklasse Hansa und nicht auch 2.4mR genannt. David Graham, CEO von World Sailing wörtlich:

„Die Anzahl der Seglerinnen, die bei den diesjährigen Hansa Worlds antraten, war für World Sailing besonders ermutigend, da sie eine unserer strategischen Entwicklungsprioritäten unterstützt, die Beteiligung von Frauen weltweit bis 2023 auf 30 % zu erhöhen und letztendlich die Geschlechterparität zu erreichen.“

Über 120 Seglerinnen und Segler nahmen an den Hansa Worlds 2021 teil. Sie vertraten 23 Länder, darunter Oman, Australien, China, die Türkei, Griechenland, Chile, Litauen, Malta und Namibia, und gerade der Frauenanteil war sowohl in der Hansa 303 Single Person Class (20% Frauen) als auch in der Hansa Liberty (56% Frauen) stark.

Aus Deutschland war bei der erwähnten Weltmeisterschaft mit 120 Teilnehmern nur Jens Kroker in der Hansa 303 Single Person Class dabei.

Der von World Sailing erwartete Zeitplan im Jahr 2022 für die nachfolgenden Entscheidungen sieht so aus:

  • 1. Quartal Anforderung der Absichtserklärung und des Antrags von IPC an WS
  • 2. Quartal Abgabe des ersten Bewerbungspakets
  • Ende 3. Quartal Abgabe der endgültigen Bewerbung
  • November Entscheidung für oder gegen Segeln durch IPC.

Das heißt wohl, dass das Jahr 2022 das Jahr der Entscheidung für die Frage wird, ob Segeln wieder paralympisch wird. Wenn ja, bedeutet das aber wohl nicht zwingend, dass der 2.4er mit dabei ist. Einige der oben genannten Kriterien könnten dagegen sprechen. Aber mit dem Paralympics-Segelveteranen Heiko Kröger (zwischen 2000 und 2016, fünf Teilnahmen, einmal Gold und einmal Silber), der nunmehr auch Präsident der Internationalen 2.4mR Klassenvereinigung ist, haben wir natürlich einen hervorragenden Lobbyisten für dieses Ziel.

In jedem Fall könnte es gegen Ende des Jahres zu einer Beruhigung in der Klasse weltweit kommen. Einer der Streitpunkte der letzten Jahre ging ja um die Bedeutung des Parasegelns für die weitere Entwicklung und damit zusammenhängend die Notwendigkeit einer OD-Klasse innerhalb der offenen 2.4mR-Formel. Die Entscheidung darüber muss nun nicht unter den 2.4mR-Seglern getroffen werden, sondern wird durch das IPC gefällt. Hoffen wir das Beste.

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